Facebook-Anzeigen: es darf ein bisschen mehr Text sein

Facebook handhabt derzeit in Großbritannien und Irland die 20-Prozent-Regel für Anzeigen etwas flexibler. Bisher durfte der Text nicht mehr als 20 Prozent einer Bildanzeige einnehmen. Facebook testet nun, wie sich eine weniger strenge Regelung auf die User Experience auswirkt.

Wie Twitterer die 140 Zeichen mussten auch Werbetreibende auf Facebook bisher Buchstaben zählen: 20 Prozent der Anzeigenfläche und kein Millimeter mehr durfte der Text einnehmen. Der Konzern begründete den rigiden Umgang mit dieser Regel mit dem Nutzererlebnis: Beim Stöbern im Facebook-Stream sollte der Leser nicht mit textlastigen Anzeigen belästigt werden.

Facebook-Rasterfunktion-Werbe-Ads

Rasterfunktion von Facebook für Werbeanzeigen (https://www.facebook.com/ads/tools/text_overlay)

Außerdem nahm man an, dass das 80-20-Verhältnis ideal sei, um das Interesse der Zielgruppe zu wecken und für hohe Aufmerksamkeit zu sorgen. In der Praxis führte die Regel allerdings dazu, dass Unternehmen und Marken mit einem langen Namen praktisch keine ergänzende Werbebotschaft formulieren konnte.

Für das Marketing im Social-Media-Bereich wird es einfacher, auf Facebook zu werben, wenn sich der Plattformbetreiber in dieser Frage bewegt. Jedoch besteht die Gefahr, dass die Kreativität und damit auch die Wirksamkeit der Facebook-Anzeigen leiden, wenn künftig die für andere Medien entwickelten Anzeigen unverändert in dem sozialen Netzwerk landen. Dieser Gefahr begegnet Facebook mit einer Klassifizierung: Anzeigen mit einem zu hohen Anteil werden mit einer geringen Reichweite ausgespielt. Komplette Textanzeigen erscheinen nach wie vor gar nicht.